Für viele Unternehmen leistet eine installierbare Web-App (PWA), was sie von einer App erwarten: Sie lässt sich auf dem Startbildschirm installieren, öffnet im Vollbild, funktioniert bei schlechtem Empfang und sendet Mitteilungen, auch auf dem iPhone. Eine native App lohnt sich, wenn Sie die Hardware des Telefons brauchen, etwa Bluetooth oder NFC, einen Platz im App Store oder Funktionen, die der Browser noch nicht bietet. So entscheiden Sie, gestützt auf das, was Apple, Google und die Browser sagen.
Was eine PWA ist
Eine PWA (Progressive Web App) ist eine Website mit App-Fähigkeiten, gebaut und veröffentlicht im Web (web.dev): Sie wird aus dem Browser installiert, hat ihr eigenes Symbol und öffnet in einem eigenen Fenster. Es gibt eine einzige Version für alle Geräte, die sich sofort aktualisiert, ohne Umweg über einen App-Store, und die bei Google erscheint wie jede andere Seite.
Eine native App wird für jedes System (iOS und Android) eigens programmiert und aus dessen Store geladen. Dazwischen liegen plattformübergreifende Apps: eine Codebasis, die in beiden Stores als App erscheint.
Was eine PWA heute schon kann
- Sich installieren lassen, auf Android, auf dem Computer und auf dem iPhone. Seit iOS 26 öffnet sich jede Website, die Sie zum Home-Bildschirm hinzufügen, standardmäßig als App (WebKit).
- Mitteilungen senden, auf iPhone und iPad seit iOS 16.4 (2023), wenn die Web-App auf dem Home-Bildschirm liegt und die Nutzerin oder der Nutzer nach einem Tippen auf eine Schaltfläche zustimmt. Sie kann auch eine Zahl am Symbol anzeigen, wie eine App (WebKit).
- Offline funktionieren oder bei schlechtem Empfang, dank des Service Workers, der das Nötige auf dem Telefon speichert (web.dev).
- Bei Google Play stehen: Eine PWA lässt sich mit einer Trusted Web Activity als Android-App veröffentlichen, die sie im Vollbild mit dem Browser des Telefons öffnet (Chrome for Developers).
Und in Europa? 2024 entfernte eine Testversion von iOS 17.4 die Web-Apps vom Home-Bildschirm in der Europäischen Union. Apple machte die Entscheidung vor der Veröffentlichung rückgängig: Sie funktionieren weiter, auf Basis von WebKit, der Engine von Safari (Apple, März 2024).
Wann Sie eine native App brauchen
- Für die Hardware des Telefons. Per Bluetooth mit einem Drucker, einem Sensor oder einem Schloss verbinden oder NFC-Tags lesen. Im Web erlauben das nur Browser auf Chrome-Basis, NFC nur unter Android, und Safari unterstützt keins von beiden (MDN: Bluetooth, MDN: NFC). Da Web-Apps auf dem iPhone mit der Engine von Safari laufen, gibt es dort keine Web-Alternative.
- Für Arbeit im Hintergrund. Etwa Daten abgleichen, sobald die Verbindung zurück ist, auch wenn die App geschlossen ist: Die Hintergrundsynchronisierung des Webs gibt es in Safari ebenfalls nicht (MDN).
- Für den App Store. Apple nimmt keine einfach verpackte Website an: Die App muss Funktionen, Inhalte und eine Oberfläche bieten, die über eine neu verpackte Website hinausgehen (App Store Review Guidelines, 4.2). Wenn Ihre Kundschaft Sie im Store sucht, brauchen Sie eine echte App.
- Wenn Sie digitale Inhalte in der App verkaufen, rechnen Sie mit den Provisionen der Stores; sie gelten auch für eine PWA bei Google Play (Chrome for Developers). In der EU erlaubt Apple seit dem 1. Oktober 2026, neben dem eigenen In-App-Kauf andere Zahlungswege anzubieten, mit einer eigenen Provision für jede Option (Apple). Für physische Waren oder Dienstleistungen, die außerhalb der App genutzt werden, etwa eine Bestellung oder eine Reservierung, verlangt Apple das Gegenteil: Bezahlung über andere Wege, etwa Apple Pay oder Karte (3.1.3(e)).
So entscheiden Sie
| Was Sie brauchen | Mit einer PWA | Mit einer nativen oder plattformübergreifenden App |
|---|---|---|
| Installieren, im Vollbild öffnen und Mitteilungen senden | Ja, auch auf dem iPhone | Ja |
| Bei schlechtem Empfang funktionieren | Ja | Ja |
| Bei Google gefunden werden | Ja: Es ist eine Website | Nur der Store-Eintrag |
| Bei Google Play stehen | Ja, als Trusted Web Activity | Ja |
| Im App Store stehen | Nein | Ja |
| Bluetooth oder NFC | Nur in Browsern auf Chrome-Basis (NFC nur unter Android); nicht auf dem iPhone | Ja |
| Aufgaben im Hintergrund | Eingeschränkt, auf dem iPhone nicht | Ja |
| Eine einzige Version pflegen | Ja | Eine Codebasis plattformübergreifend, zwei nativ |
Fallen alle Ihre Anforderungen in die PWA-Spalte, beginnen Sie damit: Sie erreicht Ihre Kundschaft früher und ist günstiger in der Pflege. Verlangt auch nur eine Zeile eine App, prüfen Sie eine plattformübergreifende.
So machen wir es bei Vetro
In unseren Projekten für Apps und Plattformen bauen wir alle drei Varianten: installierbare Web-Apps, plattformübergreifende Apps (eine Codebasis für iPhone und Android) und native Apps, wenn maximale Leistung oder sehr spezielle Telefonfunktionen nötig sind. Wir entscheiden, nachdem wir die Abläufe skizziert haben: was jede Person tun muss und auf welchem Gerät. Server, Daten und Konten bleiben in jedem Fall erhalten, deshalb verbaut der Start mit einer installierbaren Web-App nicht den späteren Weg zur App.
Häufige Fragen
Erscheint eine PWA bei Google? Ja. Sie ist eine Website, und ihre Seiten werden indexiert wie die jeder anderen.
Kann ich mit einer PWA beginnen und später zu einer App wechseln? Ja. Server, Daten und ein Großteil des Designs bleiben; neu ist nur die Anwendung, die auf dem Telefon installiert wird.
Funktionieren Mitteilungen einer PWA auf dem iPhone? Ja, seit iOS 16.4, sobald die Web-App auf dem Home-Bildschirm liegt und Mitteilungen erlaubt sind.
Quellen
- Progressive Web Apps (web.dev) und Service Worker (web.dev).
- Web-Push für Web-Apps auf iOS und iPadOS (WebKit).
- Neue WebKit-Funktionen in Safari 26.0 (WebKit).
- Apple behält Web-Apps auf dem Home-Bildschirm in der EU (Apple Developer, März 2024; archivierte Fassung).
- Trusted Web Activity (Chrome for Developers).
- Web Bluetooth, Web NFC und Hintergrundsynchronisierung (MDN).
- App Review Guidelines (Apple).
- Apple kündigt Änderungen für Apps in der Europäischen Union an (Apple Newsroom).



